Stadtwerke Lüdenscheid: Wasserpreise in Lüdenscheid, Schalksmühle und Herscheid steigen erstmals seit 11 Jahren


    Die Stadtwerke Lüdenscheid erhöhen zum 1. Mai 2018 die Preise für Trinkwasser in Lüdenscheid, Schalksmühle und Herscheid um durchschnittlich rund 9,8 Prozent. Damit werden nach 11 Jahren die Wasserpreise erstmals wieder steigen.

    • Gestiegene eigene Effizienz kann langjährigen Kostenanstieg nicht mehr auffangen:
    o steigender Aufwand für hohe Wasserqualität
    o sinkende Einwohnerzahl in Lüdenscheid, Schalksmühle und Herscheid
    o struktureller Wandel mit Absatzrückgang an die Industrie

    Die Stadtwerke Lüdenscheid erhöhen zum 1. Mai 2018 die Preise für Trinkwasser in Lüdenscheid, Schalksmühle und Herscheid um durchschnittlich rund 9,8 Prozent. Damit werden nach 11 Jahren die Wasserpreise erstmals wieder steigen. Der Verwaltungsrat der Stadtwerke Lüdenscheid fasste in der Sitzung am 17. April 2018 einen entsprechenden Beschluss. Eine Preissteigerung im Jahr 2009 – bedingt durch höhere vom Ruhrverband eingeforderte Abgaben – konnten die Stadtwerke Lüdenscheid auf Grund einer erfolgreichen Klage 2012 wieder rückgängig machen.

    Die Anforderungen an die Qualität des Trinkwassers als wichtigstes aller Lebensmittel sind dabei in den letzten Jahren stetig gewachsen. Auch die hügelige Topografie des Versorgungsgebietes – allein in Lüdenscheid gibt es eine Vielzahl von Druckzonen mit einer entsprechend überdurchschnittlich hohen Zahl an Pumpstationen – erhöht die Kosten für die Bereitstellung des Trinkwassers.

    Ein weiterer wesentlicher Grund ist die sinkende Einwohnerzahl in Lüdenscheid, Schalksmühle und Herscheid bei gleichzeitig starkem Rückgang der industriellen Abnahme in den letzten 25 Jahren. Das heißt, die Kosten für die hohe Qualität des Trinkwassers müssen von weniger Verbrauchern getragen werden.

    Im Zeitraum seit 2007 stieg der Verbraucherpreisindex „Wasserversorgung“ insgesamt um rund 15,7 Prozent. Die Stadtwerke Lüdenscheid können die ständig steigenden Kosten auch in der Wassererzeugung und -verteilung nicht mehr allein durch eigene Effizienzsteigerungen auffangen, bleiben aber weiterhin deutlich unterhalb des Anstiegs der allgemeinen Verbraucherpreise.

    Das neue Preismodell im Detail

    Die Anpassung des Trinkwassertarifs erfolgt über eine
    • Erhöhung der Grundpreise um ca. 1,33 Euro (brutto) pro Monat. Das bedeutet z.B. für einen Zähler Qn 2,5 einen Anstieg von derzeit 13,38 Euro auf 14,70 Euro.
    • Steigerung des Mengenpreises pro verbrauchtem Kubikmeter Wasser um 14,96 Cent (brutto) - von 1,54 Euro auf 1,69 Euro.

    Hierdurch ergeben sich über die verschiedenen Verbrauchsfälle zum 1. Mai 2018 unterschiedliche Preissteigerungen für den Trinkwasserbezug.

    Beispiele für typische Verbrauchsfälle (Brutto-Beträge):

    Verbrauchsfall Wasserpreis
    bisher/a
    Wasserpreis neu/a  Mehrkosten
    (pro Monat)
    3-Personen-Haushalt, EFH, 150 m3 Verbrauch / Jahr 391,56 EUR 429,90 EUR 3,20 EUR
    4-Personen-Haushalt, MFH, 180 m³ Verbrauch / Jahr 317,34 EUR 348,30 EUR 2,58 EUR

    Trinkwasser in Lüdenscheid, Schalksmühle und Herscheid: Daten und Fakten

    Die Stadtwerke Lüdenscheid erzeugen jährlich rund 4,7 Mio. m3 Trinkwasser im Wasserwerk in Lüdenscheid-Treckinghausen. Das gewonnene Wasser wird über ein Netz aus rund 520 km Trinkwasserversorgungsleitungen und Hochbehältern zum Verbraucher transportiert. Die Belieferung zu den ca. 19.500 Lüdenscheider, Schalksmühler und Herscheider Wasserhausanschlüssen erfolgt auf Grund der anspruchsvollen Topografie z. B. in Lüdenscheid über Pumpstationen von 210 m über NN bis 500 m über NN.

    Effizienz- und Einsparziele erreicht – „hohe Qualität halten“ neues Ziel

    Die Stadtwerke Lüdenscheid haben in den vergangenen Jahren durch ständig verbesserte eigene Effizienz Kostensteigerungen für die Bevölkerung auffangen können. Auch die Einsparbemühungen der Kunden waren in den letzten Jahren erfolgreich: Der tägliche Wasserverbrauch pro Bürger in Deutschland ist im Durchschnitt von 144 Liter im Jahr 1991 auf aktuell 121 Liter gesunken. Damit sind Einsparziele im Verbrauch von Trinkwasser im Wesentlichen erreicht. Heute ist die Sicherstellung der hohen Trinkwasserqualität ein wichtiges Ziel und gleichzeitig ein wesentlicher Kostenfaktor. Hier sind die Wasserversorger gefordert, aber auch jeder Einzelne. So gehören etwa Medikamentenreste in die Mülltonne und nicht in das Abwasser, damit sie nicht über Umwege das Rohwasser zur Trinkwassererzeugung belasten.

    Weitere Tipps und Informationen rund um das Thema „Trinkwasser“ geben die Stadtwerke Lüdenscheid im Internet unter www.stadtwerke-luedenscheid.de. Die Stadtwerke Lüdenscheid verfügen zudem über ein hauseigenes Labor und führen regelmäßig Kontrollen durch. Die Ergebnisse werden auf der Internetseite der Stadtwerke Lüdenscheid (Home/Privatkunden/Wasser/Wasserqualitaet.aspx) veröffentlicht.

    Trinkwasser in Deutschland: Fakten zu Kosten und Qualität (weitere allgemeine Infos auf www.vku.de etc.)

    • In Deutschland kostet ein Kubikmeter (1.000 Liter) Trinkwasser rund 2 Euro – und ein Liter somit nur etwa 0,2 Cent. Zum Vergleich: Handelsübliches Mineralwasser kostet pro Kasten (12 Liter) etwa 4 Euro und damit etwa das 170fache!
    • Für den gesamten Trinkwasserbedarf gibt jeder von uns nur rund 23 Cent am Tag oder 85 Euro im Jahr aus.
    • In Deutschland werden die Wasserpreise nach dem Kostendeckungsprinzip gebildet, d. h. alle Kosten der Wasserversorgung fließen in den Wasserpreis ein. Die Kunden zahlen über den Wasserpreis die Kosten, die dem Wasserversorgungsunternehmen wie die Stadtwerke Lüdenscheid für die Bereitstellung von Trinkwasser zu jeder Zeit, in ausreichender Menge und einwandfreier Qualität entsteht.
    • Deutschland ist ein wasserreiches Land, in dem die öffentlichen Wasserversorger nur 3 Prozent des zur Verfügung stehenden Wassers nutzen. Alle Wassernutzer zusammen verwenden nur rund 19 Prozent der Wasservorräte. Zum Schutz unserer Wasserressourcen unternehmen Wasserversorger wie die Stadtwerke Lüdenscheid und die Abwasserversorger große Anstrengungen, da sie sich mit Nachdruck für den vorbeugenden Gewässerschutz einsetzen.
    • Trinkwasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel. Dafür sorgen die 6.700 deutschen Wasserversorger in enger Abstimmung mit den örtlichen Gesundheitsämtern. Um die Einhaltung einer gleichbleibend hohen Qualität sicherstellen zu können, sind alle Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung festgelegt.

    Trinkwasserverwendung im Haushalt (Quelle: BDEW)


    Lüdenscheid, 18. April 2018